Klimawandel in Mainz: Die heiße Stadt ist tödlich

Den Klimawandel erleben wir hier in Mainz seit Jahren vor allem durch die Zunahme heißer Tage im Sommer.

„Weltweit ist die Belastung durch Hitze gestiegen: Wir können nicht mehr so produktiv arbeiten, wir bewegen uns weniger und wegen Hitze drohen auch gesundheitliche Folgen. […]

Eine Studie des Helmholtz Zentrums München und der Universität Augsburg aus dem Jahr 2024 kam zu dem Ergebnis, dass sich das Risiko für einen Schlaganfall durch Hitze erhöht. […]

Hitze führt außerdem oft dazu, dass sich bestehende Krankheitsbilder verschlimmern […] Besonders gefährdet seien Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen, Nierenerkrankungen oder auch der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), die im höheren Alter viele Raucher treffe.“ (Ardalpha 20.06.20: Hitze in der Stadt)

Mainz gehört zu den heißesten Städten im Land (an dritter Stelle nach Ludwigshafen und Worms). Verantwortlich dafür sind vor allem zwei Faktoren: Erstens die extrem hohe Versiegelung der Flächen (ca. 45 %) und zweitens der motorisierte Individualverkehr.

Die stofflichen Strukturen unserer Städte bestehen quadratkilometerweise aus Beton und Asphalt, in die eine dicke Blechschicht eingelagert ist. Diese Fläche, die tagtäglich den Löwenanteil des pulsierenden städtischen Lebens ausmacht, emittiert enorm viel Wärme, Partikel, Ozon, THGs und Lärm. Bei einer Außentemperatur von 30°C heizt sich ein Auto nach 30 min. auf 46°C und nach 60 min. auf 56°C auf. Auf Parkflächen verringern Autos die nächtliche Wärmeabstrahlung. Die Flächenabkühlung in bewohnten Zonen verlangsamt sich dadurch.

Zu alledem kommt noch die Gefahr hinzu, dass die eh schon zu knappen Frischluftschneisen, die für eine nächtliche Abkühlung sorgen, mit dem drohenden Ausbau des „Biohub“ weiter dezimiert werden.

Auf einer Informationsveranstaltung mit dem Leiter der Umweltmedizinakademie DACT Emanuel Schaaf wollen wir erörtern, welche Maßnahmen zu ergreifen sind und was wir von den Verantwortlichen in der Stadt Mainz fordern sollten in den Bereichen Entsiegelung und Umstellung des Verkehrs.

Am Donnerstag, den 26. März um 19.00 Uhr

Im Haus der Jugend, Mitternachtsgasse 8 in Mainz (Gruppenraum 1)


Die Ökosozialistische Initiative Mainz-Wiesbaden

Die „Ökosozialistische Initiative Mainz-Wiesbaden“ hat das Ziel, mit dem Kampf um den Nulltarif im ÖPNV zu einer umfassenden Verkehrswende beizutragen. Dazu muss die heutige Verkehrsmarktordnung von Grund auf geändert werden. Statt dass die „roten Verkehrsarten“ (Autoverkehr, Flugverkehr, Containerschifffahrt etc.) wie bisher gefördert werden, ist das Schwergewicht zukünftig auf die „grünen Verkehrsarten“ (zu Fuß gehen, Tram, S-Bahn, Bahn und Bus) zu legen.

Die „roten Verkehrsarten“ müssen massiv eingeschränkt werden!
Die „Ökosozialistische Initiative Mainz-Wiesbaden“ erwartet, dass sich dadurch die ökologischen und klimatischen Verhältnisse nicht nur in den Städten verbessern, sondern dass damit auch ein Beitrag im Kampf gegen den Klimakollaps insgesamt geleistet wird.

Als „ökosozialistische Initiative“ sind wir uns des Zusammenhangs zwischen der kapitalistischen Produktionsweise und der immer mehr Fahrt aufnehmenden Ökokatastrophe bewusst und richten daher unserer Kampf auch gegen diese Produktionsweise, die uns ganz offensichtlich in eine verheerende Sackgasse geführt hat.

Alle, die an unserem Kampf teilnehmen wollen, sind selbstverständlich hoch willkommen. Es versteht sich von selbst, dass wir darüber hinaus an der Zusammenarbeit und an Aktionsbündnissen mit allen Gruppen interessiert sind, die sich den ökologischen und klimatischen Folgen des kapitalistischen Industrialismus in den Weg stellen wollen!